Gut begleitet durchs Wochenbett – Ihr Podcast für die erste Zeit nach der Geburt

Shownotes

Wöchnerinnenpodcast UKBonn:

„Herzlichen Glückwunsch zur Geburt Ihres Kindes! Unser Podcast ist ein additives Informationsangebot zur Vorbereitung auf die Entlassung und die erste Zeit zu Hause. Es ersetzt nicht das ärztliche Gespräch. Vor Ihrer Entlassung findet ein Abschlussgespräch mit Ihnen statt. Wenn Sie Fragen haben, schreiben Sie sich diese am besten vorher auf. V.a. wenn Sie in der Schwangerschaft Medikamente eingenommen haben, fragen Sie uns, wie sie diese im Wochenbett einnehmen sollen.

Was ist das Wochenbett? Das Wochenbett ist die Zeit nach Geburt, welche etwa 6-8 Wochen dauert. In dieser Zeit werden Sie den sogenannten Wochenfluss haben, welcher bei jeder Frau unterschiedlich lange anhält, und vor allem nach einem Kaiserschnitt etwas weniger und kürzer sein darf. Dieser verändert seine Farbe und wird im Verlauf kontinuierlich weniger.

Was ist eine Nachsorgehebamme? Für die Phase des Wochenbettes empfehlen wir Ihnen die Betreuung durch eine Nachsorgehebamme. Die Kosten dafür übernimmt Ihre Krankenkasse. Die Hebamme kommt zu Ihnen nach Hause und ist Ihre Ansprechpartnerin für alle Fragen die z.B. das Stillen, die Versorgung des Neugeborenen, Ihre Ernährung und die Rückbildung betreffen. Wenden Sie sich an uns oder an die Hebammenzentrale, wenn Sie noch keine Hebamme haben.

Was müssen Sie im Wochenbett beachten? Wenn Sie Entzündungszeichen wie Fieber, Schüttelfrost, Schmerzen im Unterleib oder der Brust oder andere Probleme wie ein plötzliches Ausbleiben des Wochenflusses oder sehr starke Blutungen haben, sollten Sie umgehend Ihre Nachsorgehebamme oder Ihre Gynäkolog:in kontaktieren. Vor allem bei hohem Fieber und Schüttelfrost ist es sehr wichtig, nicht zu lange abzuwarten, denn dies können Anzeichen einer schwerwiegenden Entzündung z.B. der Gebärmutter sein, die im Krankenhaus mit Antibiotika behandelt werden muss. In diesen Fällen können sie sich auch jederzeit in der Entbindungsklinik vorstellen Auch nach einem Kaiserschnitt, wenn Sie bemerken, dass die Wunde sich rötet, schmerzt oder Flüssigkeit austritt, sollten Sie Ihre Hebamme oder GynäkologIn kontaktieren, denn die Hautwunde kann sich entzünden. . Wie können Entzündungen vermieden werden? Um Entzündungen der Gebärmutter und der Brust vorzubeugen, sollten Sie sich vor und nach dem Toilettengang bzw. vor und nach dem Stillen die Hände mit Seife waschen. Sie müssen kein Desinfektionsmittel dafür verwenden. Verzichten Sie beim Duschen auf parfümierte Seife für die Brustwarzen und in den ersten Tagen auch im Intimbereich. Sie sollten vorerst auf ein Vollbad, Sauna oder Schwimmen verzichten. Tampons oder Menstruationstassen sollten Sie erst nach dem Wochenbett wieder verwenden. Benutzen Sie Binden ohne Plastikbeschichtung. Falls Sie eine Dammverletzung haben, lassen Sie viel Luft an den Damm; damit unterstützen Sie die Wundheilung.

Wie sieht es mit Sexualität im Wochenbett aus? Zur Frage, wann nach der Geburt Geschlechtsverkehr wieder „erlaubt“ ist, gibt es verschiedene Ansichten. Viel wichtiger ist es, den für Sie individuellen richtigen Zeitpunkt abzuwarten. Manche Personen haben schon nach einigen Tagen wieder Lust, bei anderen ist dies wesentlich später der Fall. Aus hygienischen Gründen sollten Kondome benutzt werden, um möglichst keine Bakterien in Vagina und Uterus zu bringen. Stillen ist keine zuverlässige Verhütungsmethode. Und was viele nicht wissen: man kann bereits vor der ersten Periodenblutung wieder schwanger werden. Ihre Gynäkologin oder ihr Gynäkologe berät sie bei der Nachkontrolle auch zur Wahl der für Sie besten Verhütungsmethode. Nach einem Kaiserschnitt empfehlen wir Ihnen ca. ein Jahr bis zum Beginn einer neuen Schwangerschaft abzuwarten. Grund ist, dass das Narbengewebe sonst reißen kann, also das Risiko einer Uterusruptur besteht. Auch nach einer natürlichen Geburt wird empfohlen ca. 6 Monate zu warten.

Was ist beim Stillen wichtig? Falls Sie Ihr Baby stillen möchten, tun Sie das nach Bedarf – es bestimmt seine Trinkdauer selbst. Für ein gesundes, reifes Neugeborenes ist die Ernährung mit Muttermilch bis zum 6. Lebensmonat empfohlen. Falls sie nicht stillen möchten oder können, fragen Sie Ihre Hebamme nach unterstützenden Maßnahmen, damit eine Milchbildung verhindert wird.

Worauf sollte bei der Ernährung geachtet werden? Eine ausgewogene Ernährung und ausreichendes Trinken sind insbesondere in der Stillzeit, aber auch allgemein wichtig. Ihr Bedarf an Nährstoffen ist in der Stillzeit erhöht und sollte vor allem reich an Jod sein. Ein Vitaminpräparat ist nur sinnvoll, wenn keine ausgewogene Ernährung gewährleistet ist. Nach vermehrtem Blutverlust unter der Geburt wird eine Nahrungsergänzung mit Eisen bis zur Normalisierung des Hb-Wertes empfohlen.

Wie sieht es mit der Rückbildung und körperlicher Aktivität aus? Im Wochenbett nimmt sich Ihr Körper seine Zeit, bis er wieder zu Kräften kommt und die Veränderungen der Schwangerschaft sich wieder zurückbilden. Die frühe Wochenbettgymnastik in den ersten Wochen nach der Geburt ist sinnvoll zur Kreislaufstabilisierung und zum langsamen und schonenden Erspüren Ihres Beckenbodens. Ihre Nachsorgehebamme zeigt Ihnen sicherlich gerne passende Übungen. 8-12 Wochen nach der Geburt sollten Sie einen Rückbildungskurs bei einer Hebamme beginnen. Hier erlernen Sie unter anderem Übungen zur Festigung der Beckenboden- und Bauchmuskulatur. Auch dieser Kurs wird von der Krankenkasse übernommen.

Sind Stimmungsschwankungen normal? Ein wichtiger Punkt ist nun auch das Thema Babyblues. In den ersten Tagen nach Geburt stellen sich die Hormone um und es kann zu Traurigkeit, Stimmungsschwankungen und negativen Gedanken bei Ihnen kommen. Es ist auch vollkommen normal, dass Sie sich nicht rund um die Uhr über die Geburt des Kindes freuen können. Sollten Sie aber das Gefühl haben, dass sich diese Phase der Traurigkeit oder Schwermütigkeit über Wochen und Monate nicht von alleine bessert und sie in ihrem Alltag stark einschränkt, spricht man von einer Wochenbettdepression. Bitte scheuen Sie sich nicht das Thema bei Ihrer Hebamme oder Ärztin anzusprechen und sich Hilfe dabei zu holen.

Wann gehe ich das nächste Mal zu meiner Gynäkologin/meinem Gynäkologen? Zur Abschlussuntersuchung nach dem Wochenbett sollten Sie sich nach etwa 6-8 Wochen vorstellen. Bitte nehmen Sie Ihren Mutterpass zu dieser Untersuchung mit.

Was gilt es zu beachten, wenn Sie einen Schwangerschaftsdiabetes hatten? Sie haben damit eine höhere Wahrscheinlichkeit in den nächsten Jahren eine Zuckererkrankung oder Diabetes zu entwickeln. Daher empfehlen wir zusätzlich eine Verlaufskontrolle bei Ihrem betreuenden Diabetologen oder Diabetologin, welche meistens nach 2-3 Monaten vereinbart wird. Sie sollten auch danach die empfohlenen jährlichen Kontrollen wahrnehmen und in der nächsten Schwangerschaft einen frühen Blutzuckertest durchführen lassen.

Was mache ich bei hohen Blutdruckwerten? Wenn ein hoher Blutdruck auch postpartal weiter bestehen bleibt, empfehlen wir die Vorstellung beim Hausarzt. Bis dahin sollten Sie zuhause regelmäßig Ihren Blutdruck selbst in Ruhe messen und gegebenenfalls die stationär begonnene Medikation fortführen.

Nun wünschen wir Ihnen für die kommende Zeit mit Ihrem Neugeborenen nur das Beste. Ihr Team der Geburtshilfe aus der Universitätsklinik Bonn”

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